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Säliflue: Aktueller Stand im Planungsverfahren betreffend Kletterverbot

17. November 2022

Rückblick

Bereits zweimal stand ein generelles Kletterverbot an der Säliflue zur Diskussion.

  • 1994 konnte dank der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Kletter:innen ein Verbot vermieden werden. Gemeinsam. wurde das noch heute gültige Schutzkonzept Säliflue erarbeitet und umgesetzt, mit Ausbau der Zugangswege, Montage von Umlenkungen und partiellen Sperrungen.

  • 2009 befand eine Mehrheit an der Ortsbürger-Gemeindeversammlung Aarburg, das Klettern an der Säliflue zu verbieten. Dieser Beschluss wurde von der Sektion Zofingen des SAC (Schweizerischer Alpenclub) und von mehreren Kletterer:innen angefochten. Deren Beschwerden wurden vorfrageweise gutgeheissen, indem dem Gemeinderat  der Ortsbürgergemeinde zum Erlass eines generellen Kletterverbotes die dazu erforderlichen Grundlagen abgesprochen wurde.


Aktuelle Situation

2019 lancierte der Gemeinderat die Erneuerung der Ortsplanung und damit die Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung BNO. In der neuen BNO ist ein generelles Kletterverbot vorgesehen. Der Entwurf der Gesamtrevision lag vom 1. bis 30. September 2022 zur öffentlichen Mitwirkung auf.

Zum Widerstand gegen das Kletterverbot und für die Weiterführung des naturverträglichen Kletterns haben sich regionale und nationale Organisationen, darunter verschiedene SAC (Schweizer Alpen-Club)-Sektionen, der SAC-CAS (Schweizer Alpen-Club), der Kantonalverband Naturfreunde Aargau, die IG Klettern Jurasüdfuss und der Schweizerischer Bergführerverband sowie Privatpersonen zusammengeschlossen.

So gebündelt wurde ein gemeinschaftlicher, umfangreicher und gut dokumentierter Mitwirkungsantrag verfasst und fristgerecht an den Gemeinderat Aarburg eingereicht.


Ausblick

An der Mitwirkung haben gut 45 Personen teilgenommen und dabei rund 150 Mitwirkungsanträge gestellt. Eine fundamentale Opposition gegen den Entwurf der Totalrevision der Ortsplanung wehrt sich vor allem gegen die durch Zonenänderungen geplante Verdichtung (Ermöglichung höherer Bauten) und den damit  verbundenen Wachstum der Bevölkerung mit entsprechend höherem Bedarf nach Infrastruktur. Die Bearbeitung der vielen Anträge wird dem Gemeinderat einige Zeit abverlangen, sodass mit der öffentlichen Auflage nicht vor dem Frühling 2023 zu rechnen ist. Aus Sicht der Klettergemeinde spannend ist, wie der Gemeinderat auf deren Anliegen, insbesondere die beiden wichtigsten Anträge, eingehen wird.


  1. Vom Klettergebiet Säliflue sei mit Vertreter:innen des Gemeinderates Aarburg, des Naturschutzes, des SAC und der Abteilung Wald ein Augenschein vorzunehmen sowie eine Zusammenkunft zur Findung einer einvernehmlichen Lösung einzuberufen.

  2. Zur Frage des Einflusses des Kletterbetriebes an den Säliflue auf den Bestand und die Entwicklung dort lebender gefährdeten Pflanzen sei ein Gutachten einzuholen.